Die Chronik des Löschzuges von 1883 bis 2008

Die Freiwillige Feuerwehr Vallendar wurde am 26.8.1883, bedingt durch die sich häufenden Brände gegründet. Schon lange vor der Gründung gab es die nachbarschaftliche Löschhilfe. Im Vergleich zu anderen Orten war die Vallendarer Löschhilfe gut ausgerüstet. Die Gründung erfolgte unter anderem auf Grund der Feuerverordnung des damaligen Landkreises Koblenz vom 08.08.1836.

 

Diese Verordnung umfasste fünf Abschnitte:

1. Verhütung der Feuergefahr

2. Löschanstalten

3. Gefahren beim Brande

4. Gefahren nach gelöschtem Brande

5. Allgemeine Bestimmungen

 

Hier einige weitere Zitate aus der Feuerverordnung:

„Hiernach war zunächst darauf hinzuwirken, dass es soweit die Mittel gestatteten, jede Gemeinde oder mehrere gemeinschaftlich, eine Feuerspritze, mehrere Feuerleitern und Haken und wo es nötig war, einige Fässer oder große Bütten zum Wassertransport und soviel Wassereimer wie Bürger vorhanden, vorzuhalten waren. Zu jeder Spritze war ein Spritzenmeister mit der nötigen Mannschaft zu stellen, desgleichen für andere Gerätschaften. Zur Rettung von Personen mussten in jedem Ort aus den angesehensten und zuverlässigsten Gemeindemitgliedern mehrere Personen ausgewählt werden, die zur Unterscheidung von dem übrigen Hilfspersonal eine gelbe Armbinde am rechten Arm zu tragen hatten. Den Hausbewohnern war es beim Ausbruch des Feuers verboten „Heimlich“ zu löschen, sie mussten vielmehr „Feuer“ rufen. Zur Alarmierung der Brandhilfe waren die Glocken der Kirchen zu ziehen, die Nachtwächter hatten mit Hörnern die ihnen vorgeschriebenen Signale zu geben. Dem in der Nähe des brennenden Ortes sich aufhaltenden Medizinalbeamten war es zur Pflicht gemacht sich mit den benötigten Mitteln zur Brandstätte zu begeben. Waren mehrere Spritzen im Ort, so erhielt diejenige Mannschaft die zuerst beim Brande war eine Belohnung von 5 Talern.“

 

Nach der im damaligen Landkreis Koblenz zuerst entstandenen Wehr im Ort Bendorf, die 1880 gegründet wurde, entstand nun 3 Jahre später, als zweite organisierte Löschmannschaft in diesem Landkreis, die Vallendarer Wehr. Aus einer Turnerriege des Turnvereins Vallendar bildete sich im Jahre 1883 eine organisierte Mannschaft, die unter der Führung des damaligen Bürgermeisters Cornell und des Kaufmanns Louis Noll zu einer schlagkräftigen Wehr heranwuchs. Im Gründungsjahr konnte die Wehr schon 135 aktive Mitglieder vorweisen.

Interessant sind hierzu folgende Ausführungen aus einem Bürgermeisterbericht der Stadt Vallendar, mit denen die Gründung freiwilliger Wehren abgelehnt wurde:

„Auch mit Rücksicht auf das immer mehr sich ausbreitende Vereinswesen glaube ich, von der Angelegenheit Abstand nehmen zu müssen, zumal in allen Ortschaften der Vereine genug bestehen. Es ist ja eine bekannte Tatsache, das gerade durch das Vereinswesen der Wirtschaftsbesuch und die Genusssucht der Bevölkerung Vorschub geleistet wird. Ich muss es daher ablehnen der Einrichtung freiwilliger Feuerwehren in meinem Bezirk näher zu treten.“

 

In diese Zeit fällt auch auf Veranlassung des Oberbrandmeisters Louis Noll die Gründung des Bezirksverbandes Freiwilliger Feuerwehren des Regierungsbezirkes Koblenz. Der Bezirksverband fand am 4. November die Genehmigung des Reichspräsidenten.

Im Jahre 1897 kam es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mallendar. Allerdings löste sich diese bereits 1908 wieder auf. Im Jahre 1905 entstand sogar ein Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Vallendar.

 

Der erste Wechsel des Wehrführers der Vallendarer Wehr erfolgte im Jahre 1920. Louis Noll wurde von Oberbrandmeister Carl Müller abgelöst, der das Amt für weitere 15 Jahre inne hatte. Ihm folgte im Jahre 1935 Erhard Klein in das Amt des Wehrführers.

 

Wie auch in vielen anderen Bereichen, machte auch schon zur damaligen Zeit der technische Fortschritt bei den Feuerwehren nicht halt. So wurde im Jahre 1927 für die Vallendarer Wehr die erste Motorspritze im Landkreis Koblenz angeschafft. Diese stellte zu ihrer Zeit eine ungeheure Verbesserung des Brandschutzes dar.

Unter enormem persönlichen Einsatz eines jeden Wehrmannes wurde 1938 ein ausgedienter Brotwagen in ein Löschfahrzeug umgebaut. Dies war zugleich das erste Kraftfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Vallendar.

 

Bis zum Jahr 1941 bekleidete Erhard Klein sein Amt als Wehrführer. Ihm folgte Gerhard Zell, der weitere sieben Jahre die Verantwortung als Wehrführer trug.

 

Bedingt durch die Wirren der Kriegsjahre liegen der Wehr bis zum Jahre 1949/1950 keine Berichte über Einsätze oder sonstige Ereignisse vor. Aus diesem Grunde kann man auch heute nicht mehr genau sagen, wann sich der Musikzug der Wehr auflöste.

 

1948 wurde Mathias Schäfert Wehrführer, der eine Wehr von 36 Mann führte. Zielstrebig arbeitete er daran durch ständige Erweiterung der Gerätschaften als auch der Mannschaft die Schlagkraft des LZs zu erhöhen.

 

1951 ein Großbrand am 16.Februar forderte von den Wehrmännern den ganzen Einsatz. Nach 6 Stunden war der Brand mit Hilfe der Berufsfeuerwehr Koblenz unter Kontrolle gebracht.

 

1955 wurde das erste genormte Löschfahrzeug für die Vallendarer Löschmannschaft angeschafft.

 

1958 kam bei einem Brand des Hofgutes Mallendarer Berg ein Kind zu Tode

 

1960 Ein neuer Fahrzeugtyp, das Tanklöschfahrzeug kam nun auch zu unserer Wehr. Nach den Wehren Bendorf und Weißenthurm erhielt die Vallendarer Wehr das erste Tanklöschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 2400 Liter Wasser. Dieses Fahrzeug ermöglichte es, sofort am Einsatzort mit dem Löschvorgang zu beginnen, ohne zeitraubende Löschwasserversorgung aufbauen zu müssen.

 

1963 Ein Fahrzeug der Marke VW Bus wurde als Katastrophenfahrzeug in Vallendar stationiert. Dieses Fahrzeug wurde vom Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Parallel hierzu wurde eine Katastrophenschutzstaffel gebildet, die aus sechs Vallendarer Wehrmännern bestand.

 

1966 bricht ein Großfeuer im Krankenhaus Vallendar, Altes Ökonomiegebäude aus. Wegen fehlenden Löschwassers mussten zwei weitere Tanklöschfahrzeuge aus Bendorf zur nachbarschaftlichen Löschhilfe gerufen werden. Bei diesem Einsatz wurden auch 2 Vallendarer Wehrmänner verletzt.

 

1970 Nach 22 jähriger Tätigkeit stellte Mathias Schäffert aus Altersgründen sein Amt zur Verfügung. Sein Nachfolger  wird Löschmeister Gustav Brendler. In diesem Jahr zog die Vallendarer Wehr in das neu errichtete Gerätehaus in der Rheinstrasse den „Lohbau“ um.

 

1971 Durch die Stadt Vallendar wurde der Freiwilligen Feuerwehr  ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug der Marke Transit bewilligt, dass den VW Bus aus dem Jahre 1955 ersetzte, der aus Altersgründen und mangelnder Verkehrssicherheit aus dem Dienst gezogen wurde.

 

1973 Am 16. Januar wurde die Vallendarer Wehr zur nachbarschaftlichen Löschhilfe nach Niederwerth gerufen. In der Niederwerther Kirche war ein Großbrand ausgebrochen, bei dem wertvolle gotische Kunstwerke ein Raub der Flammen wurden.

 

1975 Erneut musste die Wehr ihre Schlagkraft unter Beweis stellen. Bei einem Wohnungsbrand waren mehrere Personen von den Flammen eingeschlossen. Ein verletzter Bewohner musste mit schweren Verbrennungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden

 

1976 Nach sechsjähriger Dienstzeit musste Wehrführer Gustav Brendler aus Altersgründen aus dem Dienst scheiden. Sein Amt übernahm Hauptbrandmeister Konrad Weber.

Im gleichen Jahr wurde auch ein neues Tanklöschfahrzeug durch Bürgermeister Toni Kahl seiner Bestimmung übergeben.

 

1977 Bei einem Großbrand in einer Kerzenfabrik in Weitersburg wurde unter anderem  auch die Vallendarer Wehr zur Löschhilfe gerufen. Bei diesem Brand war die Vallendarer Wehr insgesamt 6 Tage im Einsatz. Acht Feuerwehren aus der näheren Umgebung waren notwendig um das Großfeuer endgültig einzudämmen. Es entstand ein Sachschaden von 2 Millionen Euro.

 

Ein Schiffsbrand im Vallendarer Hafen forderte fast ein junges Menschenleben. Ein 10 Monate alter Säugling war von den Flammen eingeschlossen und konnte nur durch den lebensgefährlichen Einsatz von Wehrmännern schwer verletzt gerettet werden.

 

1978-1981 kam es zu Bränden von Wohnhäusern in der Düppelstraße, in der Rheinstraße sowie zweimal in der Höhrer Straße, jeweils mit hohem Sachschaden.

 

1981 wurde an die Wehr ein neuer Gerätewagen Unfallhilfe übergeben. Dieses Fahrzeug stellte zum damaligen Zeitpunkt wegen seiner vielfältigen technischen Einsatzgerätschaften eine große Bereicherung  des Ausrüstungsstandards dar.

 

1982 Bei einem Großfeuer  in der Altstadt Vallendars, in der Marktstraße, wurden 2 Wohnhäuser und ein Nebengebäude ein Opfer der Flammen. Auf Grund des massiven Einsatzes von Löschkräften aus der ganzen Verbandsgemeinde Vallendar, der Freiwilligen Feuerwehr Bendorf, sowie der Berufsfeuerwehr Koblenz, konnte ein Übergreifen auf weitere Fachwerkhäuser verhindert werden, zum Leidwesen von 4 Wehrleuten die bei diesem Einsatz verletzt wurden. Berücksichtigt man die zusammenhängende Bauweise des Altstadtbereiches, so wird deutlich das man nur knapp einer Brandkatastrophe entkommen war. In der Zeit ohne organisierte Feuerwehren kam es häufig  zu solchen Katastrophen, bei denen ganze Straßenzüge oder Stadtviertel zerstört wurden.

 

1983 wurde der Ausrüstungsstand der Feuerwehr durch ein Rettungsboot erweitert. Damit war die Feuerwehr auch bei den immer wieder die Heimatstadt heimsuchenden Hochwassern in der Lage wirksame Hilfe zu leisten. In den Jahrzehnten ihres Bestehens musste die Vallendarer Wehr immer wieder bei größeren Hochwassern so in den Jahren 1920, 1929, 1958, 1970 den Mitbürgern im wahrsten Sinne des Wortes aus der Patsche helfen.

 

In diesem Jahre feiert der LZ Vallendar auch sein 100 jähriges Bestehen an mehreren Tagen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Konrad Weber nimmt dieses Ereignis zum Anlass, die Führung des Löschzuges Vallendar in jüngere Hände zu legen und gibt sein Amt an Alexander Kowalke ab. Seine Kameraden ehren Konrad Weber indem sie ihm den Titel Ehrenwehrführer verleihen.

 

1991 zieht der LZ Vallendar in das neu errichtete Feuerwehrgerätehaus in der Rheinstraße 124 um, womit ein lang gehegter Wunsch der Wehrmänner in Erfüllung ging und die beengten Verhältnisse im ehemaligen Lohbau nun ein Ende fanden.

 

1993 steht die Vallendarer Wehr vor der größten Krise seid ihrem Bestehen. Wegen Unstimmigkeiten  kam es zum Bruch zwischen der Verbandsgemeindeverwaltung und ihrer Feuerwehr. Altgediente Feuerwehrleute quittierten unter Protest den Dienst unter ihnen auch die Wehrführung unter Hauptbrandmeister Kowalke. Nur eine Rumpftruppe von 15 Wehrmännern unter dem kommissarischen Wehrführer Jürgen Klöckner bleibt bestehen

 

Nachdem auch Jürgen Klöckner seinen alten Kameraden folgte und den Dienst quittierte, wird Axel Dorschner Wehrführer des LZ Vallendar. Als sein Stellvertreter fungiert Thomas Itschert.

 

Die Einheit reduzierte sich im Laufe des Jahres nochmals auf nur noch 9 Wehrleute. Diese Truppe hatte nun den Brandschutz für Vallendar zu stellen und tat dies auch mit Bravour als sie im November 1993 an einem Tage drei Brände zu löschen in der Lage war. An den Weihnachtsfeiertagen musste  ein Jahrhunderthochwasser mit einem Wasserstand von 9,52 bewältigt werden,  was der kleinen Einheit das Letzte abverlangte und nur mit Hilfe der anderen LZe aus Weitersburg und Urbar möglich war.

 

1997 Aus beruflichen Gründen gibt Axel Dorschner sein Amt als Wehrführer auf, sein Nachfolger wird Thomas Itschert, der bis zum heutigen Zeitpunkt den LZ anführt. Als sein Stellvertreter wird Dieter Lucht einstimmig gewählt

 

Im gleichen Jahr bekommt der LZ Vallendar ein Mehrzweckboot in den Bestand. Das Boot, ausgestattet mit einem Jetantrieb und einer fest installierten Feuerwehrpumpe, hat nur geringen Tiefgang und wird in den Bereichen Brandschutz auf Gewässern, bei Hochwassern zur Versorgung der Bevölkerung und Schutz und Hilfe bei Havarien auf dem Rhein eingesetzt werden.

 

1998 ereignet sich ein furchtbarer Unfall auf der L 309 in Richtung Hillscheid. Eine Oberklasselimousine aus Großbritannien befährt nach einem Wendemanöver die Strecke auf der verkehrten, der linken Fahrbahnseite, worauf es zu einem Frontalzusammenstoß mit einem Kleinwagen kommt. In dem Kleinwagen befindet sich eine 4-köpfige Familie mit Kleinkindern. Die Kinder, in Kindersitzen angeschnallt, können leicht verletzt gerettet werden, die Eltern sind beide schwerstverletzt und können nur nach der sehr guten Zusammenarbeit zwischen der Vallendarer Wehr und mehreren Rettungswagenbesatzungen, eine davon vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, gerettet werden. Der Unfall erregt bundesweites Aufsehen und wird später in der RTL Serie „Notruf“ nachgestellt.

 

Bei einem Brand in der Löhrstraße, wird eine ältere Dame unter dramatischen Umständen aus ihrer brennenden Wohnung gerettet. Leider ist sie durch die eingeatmeten Rauchgase schwer verletzt und erliegt später diesen Verletzungen

 

1999 In Kooperation mit der Stadt Bendorf wird eine Drehleiter DLK 23/12 beschafft die zukünftig von beiden Kommunen und deren Wehren genutzt wird. Standort der DLK ist das Gerätehaus Vallendar

 

Bei Schweißarbeiten an der Dachhaut der im Bau befindlichen Pilgerkirche kommt es zu einem Schwelbrand, der sich durch die kaminartige Bauweiße des Daches schnell zu einem Brand mit lodernden Flammen entwickelt, der aber noch rechtzeitig durch die Wehren aus Vallendar, Urbar, Weitersburg und Niederwerth gelöscht werden kann, bevor die gesamte Holzkonstruktion ein Raub der Flammen wird. Die neu beschaffte DLK erlebt hier ihre erste „Feuerprobe“.

 

Im gleichen Jahr kommt es zu einem Großbrand in einer alten Villa in der Vallendarer Rheinstraße. Nur unter dem Einsatz von zwei Drehleitern, eine davon in nachbarlicher Hilfe aus Höhr-Grenzhausen, mehren Angriffstrupps im Innenangriff und sämtlichen Feuerwehrkräften der Verbandsgemeinde Vallendar können die Flammen eingedämmt werden.

 

2000 Nach 40 Jahren im Dienst der Vallendarer Wehr verabschiedet der LZ Vallendar einen ihrer treuesten Kameraden. Das erste Tanklöschfahrzeug des LZs ein Magirus-Deutz Rundhauber wird in Vallendar außer Dienst gestellt und an unsere Partnergemeinde Murow in Polen verschenkt. Von den einen Wehrleuten heiß geliebt, von anderen tief gehasst ranken sich um dieses Fahrzeug allerlei Geschichten, Sagen, Anekdoten und vielerlei Erlebnisse. In einer kleinen Feierstunde übergab man das Fahrzeug den polnischen Kameraden, die sich damit auf den weiten Weg nach Polen machten, wo das Fahrzeug weiterhin im Dienst steht.

Im Juni bekam der LZ dann ein neues Tanklöschfahrzeug 16/25 Typ MAN. Ein weiteres Tanklöschfahrzeug konnte somit an den LZ Weitersburg übergeben werden.

 

In den Abendstunden des Sonntags, dem 6. August, kam es zu einem der größten Brände in der Geschichte der Vallendarer Feuerwehr. Um 19.00 Uhr stand die Theologische Hochschule der Pallottiner in Flammen. Noch bei der Anfahrt zum Brandort wurden durch den Gruppenführer des TLFs sämtliche Wehren der Verbandsgemeinde nachalarmiert. Die sofort eingeleiteten Löscharbeiten konnten ein Ausbreiten der Flammen nicht verhindern, die Decken brannten zum Speicherboden durch und das Feuer konnte sich wegen fehlender Brandwände ungehindert fortsetzen. Erschwerend kam hinzu, dass zwischenzeitlich große Wasserknappheit herrschte. Immer mehr Wehren wurden nachalarmiert, sodass in den Abendstunden 120 Wehrleute aus der VG Vallendar, Bendorf, Höhr-Grenzhausen, Weißenthurm und der Berufsfeuerwehr Koblenz im Einsatz waren.

Alle Bemühungen nützten nichts. Große Teile des Dachgeschoßes brannten vollkommen aus. Wie durch ein Wunder gelang es einen Teil des Wirtschaftsgebäudes und vor allen Dingen die Kirche der Hochschule vor den Flammen zu bewahren. Auch kamen keine Personen zu Schaden.

Der Schaden wurde später auf 10 Millionen Mark (für die Jüngeren unter uns: auf 5 Millionen Euro) beziffert, besonders die Bibliothek im Kellergeschoß hatte unter dem Löschwasser schwer gelitten.

Einen besonders bitteren Nachgeschmack bereiteten viele der selbsternannten „Brandexperten“ den Wehrleuten, die bei dem Einsatz nicht nur Kopf sondern auch Kragen riskiert oder größte Verantwortung getragen hatten, als sie ihnen später Fehler beim Löscheinsatz vorwarfen.

 

2001 hatte der LZ Vallendar mehrere schwere bis schwerste Verkehrsunfälle auf der L 309, und mehrmals der B 42 abzuarbeiten, jeweils mit zum Teil schwerstverletzten Insassen. Hier zeigte sich der hohe Ausbildungsstandard des LZs im Bezug auf Technische Unfallhilfe von Vorteil.

 

Bei einem Wohnungsbrand in Weitersburg wird der LZ Vallendar zur Unterstützung der Weitersburger Kameraden angefordert. 13 Personen, denen der Schreck in den Gliedern steckte, wurden teilweise über Schiebeleitern gerettet, der Brand unter Kontrolle gebracht.

 

Im September diesen Jahres beginnt die Erfolgsgeschichte unseres „Oktoberfestes“ mit dem „1. zünftigen Oktoberfest im Spritzenhaus“ die bis zum Jahr 2007 unvermindert anhielt und leider in diesem Jahr unterbrochen wird.

 

2002 Zu einem schwierigen Einsatz wird der LZ in die Heerstraße gerufen. Auf dem Gelände einer dort ansässigen Chemie-Firma ist es bei Entsorgungsarbeiten zu einer chemischen Reaktion in einem Lagerfass gekommen. Eine gelbe stinkende Wolke steigt von dem Behältnis auf. Großräumig wird alles abgesperrt, die Bevölkerung aufgerufen Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die LZe Bendorf, Miesenheim sowie der Gefahrstoffzug des Landkreises Mayen-Koblenz werden nachalarmiert. Mit ihrer Hilfe gelingt es, den Gefahrstoffunfall unter Kontrolle zu bringen und die gefährliche Mischung zu entsorgen.

 

Hiermit möchte ich meinen Bericht schließen.

Unerwähnt bleiben die vielen großen und kleinen Einsätze, Tragödien, Erlebnisse die froh oder traurig gemacht haben, über die man noch lange nachdenkt oder sie vergisst, abarbeitet oder abhakt und die unsere Kameraden und wir in den letzten 125 Jahren erlebt haben.

 

Unerwähnt bleiben auch die Feuerwehrleute die in den letzten 125 Jahren im Löschzug Vallendar freiwillig Dienst getan haben oder noch tun und die die Ereignisse in dieser Chronik zu bewältigen hatten.

 

Zu hoffen bleibt, dass auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnte sich noch Frauen und Männer finden werden, die bereit sind, ihren Mitbürgern in schwierigen, wenn nicht gar lebensbedrohlichen Situationen  zu jeder Tages- oder Nachtstunde, an 365 Tagen im Jahr freiwillig und unendgeldlich beizustehen und zu retten, zu bergen, zu löschen, zu schützen!

 

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“

 

Autoren:

Alexander Kowalke

Dieter Lauterberg

Michael Fölbach

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